Über Energieräuber und -gebende

Was man nicht ändern kann, soll man ja mit Humor betrachten. Gelingt mir zwar ziemlich oft, aber manchmal könnte ich einfach nur dreinschlagen. Was sich Menschen doch nur alles so rausnehmen... sagenhaft.

Es stimmt schon, es macht keinen Sinn, sich über Egoismus oder besser gesagt, über das wachsende Ausmaß an Gewissenlosigkeit, Kälte und Gleichgültigkeit aufzuregen. Es ist eben so und man ist geneigt sich zu wünschen, dass es diese Leute endlich mal auf die Schnauze haut. Allerdings... ihnen NUR gelassen gegenübertreten? Wozu? Da ist anderes sinnvoller.

Mir haben sie regelmäßig die Energie genommen. Schon der Gedanke an diese Leute oder überhaupt das Klingeln des Telefons reichte, falls es sich um jene handelte. Ich wusste, was folgen würde, wenn ich den Anruf entgegennahm. Scheinheiliges Gerede, teilweise gönnerhaft, und immer nur sie. Fragen ja, aber keine einzige an mir interessierte. Danach fühlte ich mich jedes Mal müde, ausgelaugt, traurig, manchmal auch wütend.

Viele empfehlen da Reden. Nur finde ich, die es immer wieder versuchte, das hat keinen Sinn. Diese Leute begreifen es nicht.

Es sind Menschen, die schon durch ihre bloße Existenz Energie rauben. Und dann gibt es ganz andere, da bekommt man sie, nur schon, wenn sie auf der Bildfläche erscheinen. Nur sind die eben selten.

Ich habe mich lange gefragt, warum das so ist und worin der Unterschied besteht. Im Folgenden habe ich bei mal gegenübergestellt.

Energieräuber bzw. -vampire

Auffallend war, dass die Leute, die klauten, immer nur „wollten“. Wollten, dass ICH etwas  tue. Sie selbst waren außen vor. Von alleine kam von ihnen gar nichts, aber auch, wenn ich sie direkt um etwas bat, gab es lediglich abweisende Worte, irgendwelche Ausreden, irgendwelche Gründe. Manche ließen einem damit nicht mal die Luft, um noch die eigenen Wünsche zu spüren.

Sie saugten wie ein Schwamm nur auf.

Permanent musste man sich um sie kümmern und wenn nicht mit Worten ausgedrückt, so machten sie dieses über meist gut in Szene gesetzte, aus eigener Angst oder Bequemlichkeit vorhandene Bedürftigkeit. Und selbst, wenn sie keine Wünsche äußerten, nichts von mir wollten, so reichte schon das, was sie sagten und schilderten, aus, um ein gewisses Saugen und Energiedefizit in mir zu erzeugen. Und es kam nichts, was mich selber stärkte, mich dafür „entschädigte“.

Einmal im Netz, konnte man ihnen nicht mehr entrinnen. Und im Netz hieß: Sie waren nur schon auf mich aufmerksam geworden. Sie hatten mich „gesichtet“. Da half nur der Umstand, dass sie andere Opfer gefunden hatten.

Manche sagen ja Energievampire dazu. Der Begriff trifft es tatsächlich. Er klingt nur so arg theatralisch, daher habe ich ihn hier noch nicht verwendet.

Das Opfer, was sie am meisten lieben, sind jene Menschen, denen sie leid tun. Menschen mit Herz, denn die haben besonders viel „Blut“.

Energieräuber können sogar Menschen sein, die anderen scheinbar sehr viel helfen. Tun sie aber nicht. Sie klauen selbst da. Sogar dann, wenn sie einem zur Hand gehen, saugen sie und man merkt es erst gar nicht. Es stellt sich durch ihre „Unterstützung“ nur unerwartet das Gegenteil ein, keine Stärkung, was Hilfe ja sein sollte, keine Kräftigung, kein Wohlgefühl, sondern Stress und noch mehr Müdigkeit. Hat einen simplen Grund: Auch ihr Helfen ist nur auf sie ausgerichtet. Auf ihre eigenen Bedürfnisse.

Im Falle „Zugreifen“ ist es ihr Glänzen. Ein sich selber wohl und gut fühlen. Es geht nicht um den anderen, es geht um sie. ER steht im Mittelpunkt, seine Bedürfnisse und Wünsche.

Sollte man also jemanden vor sich haben, wo man das Gefühl hat, nur man selbst müsse tun, damit etwas gelingt, was auch immer, sogar die Beziehung an sich, dann lieber die Finger weg. Er raubt Energie und gibt keine. Das kann sogar sehr weit gehen. Frauen machen das besonders gerne, indem sie sich „verweigern“. Aber auch Männer sonnen sich liebend gerne darin, von jemandem anderen umschwärmt zu werden und wenn's nur die Oma, Tante oder die Mutter ist.

SIE tun also gar nichts. Sie lassen tun. Sie nehmen – permanent. Und nur, wenn sich das Opfer mal auf den Weg macht, weil es die Nase vom gar nichts Kriegen voll hat, aktivieren sie ihren Motor... aber auch nur für sehr kurze Zeit. Und er wird auch nur gestartet, damit sie – danach – wieder nehmen können.

Jene, die Energie geben

Dieser Typ Mensch ist rascher beschrieben. Es sind Leute, die von selber gerne mal geben, ob sie nun schon bekommen haben oder nicht. Für sie steht meist genau das nicht mal zur Debatte.

Sie tun von sich aus, ohne Rauch aufgehen zu lassen. Jeder Kontakt mit ihnen ist auch „befruchtend“. Irgend etwas kommt von denen immer und sei es „nur“ eine bestärkende, darin liegt ja das Wort Stärke, Art und Weise ihres Umgangs.

Sie kümmern sich von selber, ob nun mit oder ohne triftigen Grund. Und Kümmern, das heißt „daran denken“. Einfach an den anderen denken und zwar von sich aus, ohne erinnert zu werden. Nachfragen, anrufen, anderweitig kontaktieren, ohne direkten Grund und sollte es dem anderen mal schlechter gegangen sein, dann ja erst recht.

 

 

Es sind Menschen, wo ein Gespräch ein Gespräch ist und kein Anlass, um etwas unterzubringen. Menschen, die sich selbst nicht so wichtig sind, aber dennoch wichtig genug, um nicht unterzugehen.

Bei ihnen fühlt man sich vorhanden. Allein schon deswegen, weil man gleichwertig ist. Sie stehen und sehen sich weder oben drüber noch unten drunter, nicht mal dann, wenn man selbst vor Schwäche mal zittert. Da, wo der Energieräuber sich regelmäßig abwenden würde, weil einem „das Blut ausgegangen ist“, ist dieser Typ Mensch noch da. Ihm geht es ja auch nicht darum, auf Kosten des anderen zu wachsen.

Sie gehen auf Menschen zu, machen da, wo der Energieräuber gleich die Finger von lassen würde, weil nichts für ihn zu holen bzw. „nichts zu erwarten“ ist. Mit einem Wort: Es sind Menschen mit Herz. Energieräuber haben das nicht.

Aber Vorsicht! Manche tun nur, als hätten sie eins, vor allem am Anfang. Die fallen hier nicht darunter. Es sind Räuber.